Tschüs Hamburg … auf Wiedersehen Triennale
Das Fest ist gelaufen, die Party ist vorbei! Am letzten Tag der Triennale in Hamburg, am Abend bei der Abschlussparty im gelben Zelt habe ich mit allen gesprochen, die in den letzten Tagen und Wochen mit einem Interview auf bildwerk3 dabei waren. Alle haben unseren Fotografie-Blog ziemlich gelobt und versprochen zur ’5. Triennale der Photographie’ wiederum Rede und Antwort zu stehen – 2011 dann.

Ich habe den Tag genutzt und mir noch ein paar Ausstellungen angesehen. Wobei ich an dieser Stelle zwei dicke Ausstellungsbesuchsempfehlungen geben möchte:
Ein bewegendes Thema, konzeptionelle Klarheit, absolute Disziplin bei der Umsetzung: die Arbeiten Walter Schels, mit Texten von Beate Lakotta; zu sehen im Kunsthaus Hamburg. Schels hat Sterbende vor und nach ihrem Tod fotografiert. Die Begleittexte von Beate Lakotta offenbaren fast ausschließlich tragische Schicksale: Menschen die auf Grund schwerer Krankheit früh, manchmal viel zu früh gestorben sind.
Mit Schels schwarzweiss Fotografien kommt man den Gesichtern ungeheuer nah und Schels verwendet das Licht auf eine Art und Weise das in den Gesichtern der Lebendenden und der dann Toten jeder Unebenheit, jeder Gesichtszug erkennbar wird. Obwohl die Gesichter die Fotos bestimmen, wäre ihre Wirkung kaum so intensiv, gäbe es nicht diesen tiefschwarzen Hintergrund, der sie in den Abgrund trägt. Eine traurige und erschütternde, aber zugleich große fotografische Arbeit. Die Wirkung wird im Hamburger Kunsthaus noch verstärkt durch die überlebensgroßen Prints, denen man sich ehrfurchtsvoll nähert – zu sehen im Hamburger Kunsthaus bis zum 10. August 2008.
Eine andere, aber ebenso intensive Erfahrung sind die Fotografien von Karin Szekessy. Für mich war die deutsche Fotografin bisher eine Unbekannte – was angesichts ihrer Vita eine fotografische Bildungslücke ist. Aber nachgeholt … Ihre Fotografien bestechen durch die Vielfalt in den Ausdrucksmitteln und den Willen, das Licht, die Formen und auch die Farben zu suchen. Man blickt in einen wahren Kosmos fotografischer Obsessionen und sieht bei Szekessy die Kraft sie auszuführen. Unbedingt anschauen also – noch bis zum 31. August im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg.



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