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31. März 2008 2

Zehn Fragen an Fotografen: Nina Flauaus

Von Marko Radloff

Die freie Fotografin Nina Flauaus hat Kommunikationsdesign an der FH in Darmstadt mit dem Schwerpunkt Fotografie und von 2005 bis 2007 Fotografie an der Ostkreuzschule in Berlin bei Prof. Ute Mahler studiert. Ihr fotografischer Schwerpunkt liegt im Bereich Portrait und Reportage.

Sie hat für einige der bekanntesten Magazine und Zeitschriften arbeiten können; darunter: FAZ., Frankfurter Rundschau Magazin, Handelsbaltt/ Junge Karriere, Manager Magazin, Monopol, Spiegel , Stern, TAZ, NEON, Die Weltwoche, Die Zeit/ Magazin Leben. Nina Flauaus lebt und arbeitet heute in Berlin und im Raum Frankfurt.
Nina Flauaus
© Nina Flauaus

Erinnern Sie sich, wann Sie Ihr erstes Foto gemacht haben?
Nein, ich habe aber erst sehr spät, nämlich im Studium, mit dem bewussten Fotografieren angefangen.

Welche Ihrer Fähigkeiten ist Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten behilflich?
Das ist schwierig zu beantworten. Ich denke, wenn es darauf ankommt kann ich mich ziemlich konzentrieren und äußerlich ganz ruhig wirken, obwohl ich innerlich sehr angespannt bin. Das sind dann auch immer Situationen in denen man sehr kreativ werden kann. Ich muss es also immer darauf ankommen lassen, denn beim theoretischen konzipieren verrenne ich mich meist.

Am besten bin ich also in der Spontaneität und im hantieren mit schwierigen Gegebenheiten (also z.B. langweilige Location, schlechtes Licht, etc. ). Häufig setze ich mich auch noch selbst unter Druck indem ich mir wenig Zeit zum Nachdenken davor gebe – so kann ich am kreativsten sein. Allerdings bin ich schon darauf angewiesen, dass Leute inspiriert sind und auf mich zugehen. Und etwas Zeit beim Fotografieren schadet auch nicht. -

Und meine Neugierde auf Menschen ist glaube ich wichtig.

Was muss man unbedingt können, um Fotografin zu sein?
Da gibt es keine Pauschalantwort – sonst wären ja alle Bilder gleich. Wie langweilig! Etwas Wichtiges fällt mir ein: Fehler machen können – daraus entstehen meist die schönsten Bilder.

Wann haben sie angefangen ausschließlich digital zu fotografieren?
Noch gar nicht (digital arbeite ich nur, wenn kein Geld da ist – ich bin ein Mittelformatfan.

Ein besonders gutes Bild entsteht eher zufällig oder muss sorgfältig geplant sein?
Bei mir ist es der Zufall, denn ich versuche immer auf Mensch und Situation einzugehen und zu reagieren. Ist wohl etwas altmodisch zur Zeit …

Haben Sie schon einmal einen Auftrag abgelehnt? Wenn ja, was für einen?
Schön öfter. Auch schon häufiger weil zu wenig gezahlt wurde, oder weil es nicht mein Metier war (Hochzeiten mache ich eher selten; für private Porträts gibt es einfach zu wenig Geld; kleine Firmen scheinen oft zu denken, man mache das als Hobby)

Nina Flauaus
© Nina Flauaus

Nina Flauaus
© Nina Flauaus

Fluch oder Segen: Microstocks?
Was ist das? Das ist für mich ein ganz anderer Markt.

Wo möchten Sie als Fotografin einmal ausstellen?
Ausstellen ist so eine Sache, das kostet meist auch sehr viel, und bringt am falschen Ort wenig. Ich habe da nicht so ein großes Interesse. Interessant finde ich es auf Biennalen oder Fototagen auszustellen, da kommt ein großes Fachpublikum.

Wen möchten Sie gern einmal fotografieren?
Einfach interessante Menschen. VIPs finde ich nicht unbedingt inspirierender. Mich faszinieren Gruppen zu denen sich Menschen zuordnen. Also z.B. Künstler, oder meine letzte freie Arbeit ging über kreative Selbstständige. Es könnten auch Sportler oder Banker oder Hobbygestalter sein. Ich will sehen, ob es da eine Gemeinsamkeit gibt, wie sich Menschen entwickeln, warum sie sich wohin entwickeln, was das Äußere mit dem Inneren zu tun hat…

Das Ganze spiegelt sich meiner Meinung nach im Äußeren. Mimik, Gestik, Styling, der ganze Habitus – auch ein Zeitgeist lässt sich kollektiv erfassen. Es ist vielleicht eine Suche nach der Persönlichkeit an sich.

Bleiben Sie Fotografin?
Ich denke ja, nur vielleicht nicht immer auf Brötchenebene.

Nina Flauaus
© Nina Flauaus

Nina Flauaus
© Nina Flauaus

Nina Flauaus
© Nina Flauaus

Im Moment 2 Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Ich habe den Bericht über Nina Flauaus mit großem Interesse gelesen. Die von ihr gegebenen Antworten fand ich zum Teil recht gut. Auch die Tipps, die sie gibt können etwas für Fotografieanfänger sein. Man wünscht sich öfters Fotografen mit dieser Einstellung.

  2. [...] gefärbt durch die ganz frischen Erfahrungen auf der letzten ‘Fotobild’ in Berlin (wir berichteten). vario images wurde 1989 als Pressebildagentur von Ulrich und Susanne Baumgarten gegründet und [...]

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