Apropos Bildagentur: DEEPOL
Die Fotografen Oliver Rüther, Lars Borges, Katrin Binner und Jürgen Herschelmann haben unsere ‘Zehn Fragen an Fotografen’ beantwortet und sie sind als Fotografen bei der Agentur DEEPOL. DEEPOL ist eine Bildagentur mit viel Charakter und viel Charme und wer als Fotograf seine Bilder über DEEPOL präsentieren und vermarkten darf, hat die Chance, als Fotograf mit seiner eigenen Bildsprache wahrgenommen zu werden. Wir haben mit Rudi Laschet von DEEPOL gesprochen und sind ein paar Fragen zum Geschäftsmodell und zur Zukunft der Bildagentur losgeworden.

unsere Fragen an Rudi Laschet
DEEPOL ist eine der spannendsten Bildagenturen in Deutschland. Was muss mein Portfolio enthalten, um bei DEEPOL Fotograf zu werden?
Da unser Geschäftsmodell die Präsentation und Lizenzierung von Portfoliofotografie ist (und den „Machern“ hinter der Kamera), legen wir Wert auf ein möglichst charakteristisches Portfolio. Dabei sollte die individuelle Bildsprache z.B. in den freien Arbeiten des Fotografen erkennbar sein.
Für die Agenturpraxis sollten die Bilder möglichst frei von Rechten Dritter sein, so dass sie auch lizenziert werden dürfen. Stichworte: blockierte Auftragsarbeiten, Model – und Property Releases sind vorhanden usw. (das muss aber nicht bzgl. des Portfolios sein).

Foto Rudi Sebastian

Foto Bianca Gutberlet
Welche Sorte Bild darf auf keinen Fall in meiner Mappe vorkommen?
Abgesehen von den oben angegebenen Wünschen (bzgl. frei von Rechten Dritter), die kein Muss darstellen, sollte jeder Fotograf seine Lieblingsbilder in seinem Portfolio präsentieren. Da wir eine thematisch universelle und stilistisch völlig offene Bildagentur sind, ist uns alles was dem Fotografen am Herzen liegt herzlich willkommen.
Wie lange gibt es DEEPOL und wie hat alles angefangen?
DEEPOL gibt es formell seit 2001. Praktisch ging die überarbeitete DEEPOL Version 1.0 Ende 2002 ans Netz. Am Anfang standen die beiden Fotografen Rui Camilo und Stephan Heimann, die die Idee der Portfolio Vermarktung, also die Verwertung der „brach liegenden“ freien Arbeiten ihrer fotografierenden Freunde und Kollegen, organisieren wollten. Dafür gründeten sie DEEPOL.
Im März 2008 findet die Bildagenturmesse ‚picta’ wieder in Hamburg statt. Wird DEEPOL auf der Messe vertreten sein und ist dies eine Gelegenheit, mit meiner Mappe vorbei zu kommen?
Wir werden mit einem kleinen Stand anwesend sein. Fotografen die an DEEPOL interessiert sind, sind mit oder ohne Mappe herzlich willkommen!
Wie wichtig ist es für Fotografen heute ein Profil, ein Alleinstellungsmerkmal zu besitzen und wie begleitet DEEPOL Fotografen bei der Profilfindung?
Für DEEPOL beantwortet sich die Frage von selbst: quasi aus unserem Geschäftsmodell heraus. Wir suchen stets Fotografen mit einem eigenen, idealerweise unverwechselbaren Profil. Authentizität in der aktuellen Fotografie definieren wir als Authentizität des Fotografen. Er belichtet den Film oder Chip so, wie er die Welt sieht. Vor allem junge Fotografen unterstützen wir auch finanziell bei der Verwirklichung freier Arbeiten.
DEEPOL versteht sich als Stock – Bildagentur? Oder auch als Repräsentanz für Fotografen?
DEEPOL ist eine reine Stock Bildagentur, auch wenn unser Engagement für den einzelnen Fotografen über das der meisten anderen Agenturen hinaus geht. Wir übernehmen keine Repräsentanten Funktionen. Auf der anderen Seite arbeiten wir erfolgreich mit Repräsentanten zusammen.

Foto Richard Wadey
Ist es richtig, dass Fotografen bei DEEPOL selbständig ihre Arbeiten ins Netz stellen und mit Suchworten versehen?
Nein, unsere Fotografen liefern ihre Bilder digital oder analog. Wir importieren oder scannen die Daten im Tiff-Format in der Größe Din A3, also ca 50 – 80 MB. Danach werden die Bilder von professionellen Dokumentaren nach der auf DEEPOL zugeschnittenen Klassifikation in Deutsch und Englisch verschlagwortet und kategorisiert.
Natürlich können DEEPOL Fotografen Schlagwörter in den IPTC Header schreiben – aber wir erwarten nur bildwichtige Informationen nach den journalistischen Ws. Also wo, wer, wann, was etc. Alles spielt sich auf einem hohen professionellen Niveau ab und ist der Service DEEPOL’s für unsere Fotografen und unsere Kunden.
Ein PDF-Magazin gibt es schon. Wann gibt es den DEEPOL Weblog?
Eventuell im nächsten Relaunch.
Auf welche Kampagnen oder Verkäufe ist man bei DEEPOL besonders stolz? Was gibt es sonst über Ihre Kunden zu sagen?
DEEPOLs Kunden kommen zu 75 % aus der Agenturbranche die vorwiegend im werbenden Sektor arbeitet. Ca. 25% aus dem Verlagsbereich.
Phänomen Mikrostocks: Ernst zu nehmende Konkurrenz?
Natürlich. Letztlich bestimmt auch beim Interessiertesten Bildkäufer der Preis die Entscheidung für oder gegen ein Foto. Außerdem finde ich den Anfang der Microstocks, die Communities, äußerst interessant. Besonders die Communities können eine Fundgrube an guten und talentierten Fotografen sein und wenn ich Zeit dafür hätte, würde ich dort auch öfters nach Talenten recherchieren … aber … An Dumpingpreisen, werden wir uns allerdings, auch aus Respekt vor der Arbeit unserer Fotografen, nicht beteiligen.
Ein paar Sätze zu ihren Lizenzmodellen?
DEEPOL vertreibt ausschließlich lizenzpflichtige, sogenannte rights managed Bilder. Die Lizenzierungsgebühren setzen sich aus folgenden drei Faktoren zusammen:
-Nutzungsart (Medium)
-Nutzungsumfang (Größe/Format)
-Verbreitung (Auflage bzw. Dauer einer Nutzung/Veröffentlichung)
DEEPOL richtet sich nach den Preisempfehlungen “Bildhonorare (MfM) 2008″, herausgegeben vom Berufsverband der Bildagenturen (BVPA) Deutschland. Tendenziell liegen wir eher über diesen Preisempfehlungen.
DEEPOL in fünf Jahren?
Unser jetziges Konzept sieht ca. 60% innovative, experimentierfreudige und engagierte Fotografie im DEEPOL Bildbestand vor. Die restlichen 40% sind eher klassisches Stockbildmaterial, das unsere Verkäufe in der Anfangsphase stabilisieren sollte. Mittlerweile ist DEEPOL auf dem Bildermarkt als hochqualitativer Anbieter bekannt und nach der Startphase auch finanziell konsolidiert. Deshalb werden wir in den nächsten Jahren unseren Bildbestand engagierter Fotografie sukzessiv auf 100% erhöhen. Das heißt, dass wir in Zukunft (auch den bestehenden Bildbestand) konsequent editieren und weiterhin auf hohe Qualität setzen werden. Gleichzeitig werden wir uns vermehrt im Fine Art Sektor engagieren und z.B. ausgewählte Fotos in limitierter Auflage als Fine Art Prints und als hochwertige Bildbände Sammlern und Kunstinteressierten anbieten.
Der kommende DEEPOL relaunch wird dies alles auch online berücksichtigen und die DEEPOL Fotografen, u. a. durch eine noch umfangreichere Portfolio Präsentation und einen erweiterten Magazin Bereich, noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Denn DEEPOLs Stärke ist die Kreativität seiner Fotografen.

Foto Axel Kohlhase

Foto Klaus Helbig

Foto Katrin Binner







[...] Klug von Kulturreich und Esther Rosendahl vom Outdoor-Archiv oder auch Rudi Laschet von DEEPOL (unser Interview), um nur einige zu nennen … Mit anderen habe ich vereinbart, sie einmal zu einem Beitrag [...]