Fotografisches Urgestein
Was danach kommt, wird nie wieder so fotogen. Er ist als Fotograf der Chronist einer Zeit, die langsam endgültig der Vergangenheit angehört. Man blickt, wenn man auf seine Fotografien schaut auf den Beginn unserer gegenwärtigen Zeitrechnung irgendwo zwischen 1960 und 1970. Günter Zint, der heute in Fahrendorf bei Hamburg lebt, hat sie alle vor der Linse gehabt: John Lennon in der Lüneburger Heide, Günter Wallraff bei Thyssen, Gerhard Schröder als Atomkraftgegner in Wackersdorf, die Rebellen bei ihren Schlachten in Kreuzberg und in der Hafenstraße, aber auch die Huren aus der Herbertstraße, die Nachtgestalten aus dem Hamburger Amüsierbetrieb, alle hat Günter Zint gesehen und fotografiert …
Um an Sammler Vintage Prints zu verkaufen hat Zint sich einen großen Bestand ORWO Baryt Papier aus alten DDR-Tagen gesichert und arbeitet, wie er sagt noch heute damit. Damals ist er mit einem Kleinlaster rüber und als man anfing in der Ex-DDR alles wegzuschmeißen, da war Zint da und hat gekauft. ‘Die hielten mich für jemanden, der das Zeug entsorgt … dabei hält das ewig und ist obendrein besser … ‘
Wen würde Günter Zint heute fotografieren? Kaum vorstellbar das Prostituierte die nebenbei Medizin studieren oder Boygroups, die nur einen Sommer lang jemand kennt oder Demonstranten, die sich an die Straßenverkehrsordnung halten so der richtige Stoff für Fotografen wie ihn sind. Die gezeigten Fotografien stammen aus dem im November 2007 erschienen Bildband ‘Zintstoff. 50 Jahre Deutsche Geschichte’ Mit einem Vorwort von Günter Wallraff.



Fotos Günter Zint – mit freundlicher Genehmigung


Mit der Kamera sehen Konzeptionelle Fotografie im digitalen Zeitalter
Ein Tag Deutschland:
Das Wesen der Fotografie: Ein Elementarbuch Stephen Shore erklärt, wie man Fotografien richtig beurteilt und versteht.
Erfolg als Fotograf: Wie man sein Können optimal präsentiert Autorin: Dr. Martina Mettner
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