17. Dezember 2007 3

Apropos Bildagentur: plainpicture

Von Marko Radloff

plainpicture ist eine Agentur speziell für Real-Life-Bilder, die besonders lebensnah und in einer frischen, unverwechselbaren Bildsprache daherkommen. So einfache und alltägliche Dinge wie Haus, Auto, Urlaub bekommen mit Bildern von plainpicture ihre übertragene Bedeutung. Es geht um Glaubwürdigkeit und Authentiziät und darum Sinnbilder der Gegenwart zu entwickeln. Der Gegensatz dazu sind overstyled Lichtbilder, in denen sich niemand wirklich heimisch fühlt oder wiedererkennt. ‘Die besten Bilder inszeniert das Leben selbst’ ist das Motto für plainpicture Bilder und plainpicture will diesen Stil, dieses Alleinstellungsmerkmal als Bildagentur beibehalten. Wir haben mit Roman Härer von plainpicture in Hamburg gesprochen.

plainpicture / Sabrina Theissen
Foto Sabrina Theissen

plainpicture zählt zu den angesagtesten Agenturen unter Absolventen und jungen Fotografen. Wie wird man üblicherweise Fotograf bei plainpicture?
Mit einer frischen, unkonventionellen, eigenwilligen Fotografie und symbolischen Inhalten kann jeder Fotograf über plainpicture international Bilder verkaufen. Voraussetzung: Der Fotograf ist der Bildautor, die Exklusivität der Bilder ist gegeben, die Qualität stimmt und sämtliche Bilder sind frei von Rechten Dritter, d.h. von allen Personen muss ein Model Release existieren und von allen relevanten Gegenständen/Besitztümern wie z. B. Räumen, Haustieren etc. … sollte ein Property Release vorliegen.

Wie findet plainpicture neue Talente?
Erfreulicherweise klopfen viele talentierte Fotografen aufgrund von Empfehlungen durch Kollegen oder Eigeninitiative bei uns an. Darüber hinaus besuchen wir Ausstellungen, nehmen aktiv an Festivals und Messen teil, beobachten Veröffentlichungen und Printmedien, stöbern auf Websiten und Fotografen-Portalen.

Was vermissen sie bei Fotografen, denen sie absagen am meisten?
Fotografisches Abstraktionsvermögen und den Mut, traditionelle Werte und kommerzielle Symbolik in eine moderne Sichtweise umzusetzen, außerdem die Fähigkeit herkömmliche Bildinhalte und Emotionen neu zu interpretieren und den kommerziellen Nutzern von Fotografie so kreative Lösungen zu bieten statt konventionelle Motive zu wiederholen.

Agenturmesse für Bildagenturen ‚picta’ im März 2008 wieder in Hamburg. Für plainpicture eine gute Gelegenheit, wieder dabei zu sein?
Es gibt auch internationale Messen im Ausland, die von Interesse für uns sind: Wobei der Aufwand immer in Relation zum Ergebnis stehen muss und auf Messen leider oft zu wenig Zeit für intensive Gespräche mit Fotografen bleibt. Deshalb versuchen wir auch andere Wege zu gehen. Dieses Jahr haben wir z. B. zum Portfolio Review geladen: Mit dabei waren professionelle Vertreter aus Werbung, Verlag und Fotografenrepräsentanzen. Die Resonanz war so groß, dass wir diese Portfoliosichtung regelmäßig veranstalten werden.

Außerdem freuen wir uns immer auf einen Besuch in unseren Räumlichkeiten.

plainpicture / Sabine Schründer
Foto Sabine Schründer

Wie hat bei plainpicture alles angefangen?
Die ursprünglichen 3 Gründer Valentin Alscher, Roman Härer und Astrid Herrmann studierten gemeinsam Visuelle Kommunikation (Schwerpunkt: Fotografie) und freie Kunst in Bielefeld und Hamburg. Während ihrer Tätigkeiten als Art Directoren und Artbuyer in verschiedenen Verlagen und Werbeagenturen, entstand aufgrund des einseitigen Angebotes auf dem Bildermarkt die Idee eine alternative, authentische und experimentierfreudige Bildsprache exklusiv anzubieten.

Die Zusammenarbeit mit Marcus Benkwitz, dem Sales Operations Manager der damalig führenden Kreativ-Fotoagentur photonica, ergab neue Ansätze für die Vermarktung der plainpicture Fotografie, so dass wir nun schon seit einiger Zeit zu viert mit unserem Team die Weiterentwicklung von plainpicture auf allen Ebenen weiter vorantreiben können.

Können Fotografen von dem, was sie bei Ihnen verdienen, gut leben?
Fotografen, die sich ganz auf uns konzentrieren, können von den Umsätzen gut leben. Alles eine Frage der Inhalte, der Qualität, der Menge, der Kontinuität, und des persönlichen Anspruches, denn unsere Fotografen besitzen recht unterschiedliche und subjektive Motivationsgründe mit plainpicture zusammen zu arbeiten: Viele Fotografen leben von Stockproduktionen und von Auftragsarbeiten. plainpicture ist somit nur EIN Standbein.

Die Entscheidung, ein Bild als ‚Rights Managed’ oder ‚Royalty Free’ einzustufen ist Sache des Fotografen oder der Agentur?
plainpicture ist eine Rights Managed-Agentur und alle von Fotografen stammenden Motive, werden als Rights Managed vermarktet.
Es existiert zwar speziell editiertes Royalty Free-Material bei plainpicture, das jedoch nur von Royalty Free-Partneragenturen stammt, um auch die Kunden bedienen zu können, die ausschließlich an Royalty Free-Material interessiert sind.

Das ästhetische Profil für RM Material bei plainpicture ist unverwechselbar. Wird diese Ausrichtung auf Dauer bestehen bleiben?
Unsere eigenständige Bildsprache, unser unverwechselbarer Stil ist unser Markenzeichen und unser Alleinstellungsmerkmal. Daran werden wir selbstverständlich auch nichts ändern, ganz im Gegenteil: Der Erfolg gibt uns Recht. Exklusivität, subjektive Sichtweisen, individuelle Bildstile werden weiterhin das plainpicture-Archiv prägen.

plainpicture / Regine Petersen
Foto Regine Petersen

Auf welche Verkäufe oder Kampagnen ist man bei plainpicture besonders stolz?
Buchcover: mit unserer eigenen Kollektion „Rauschen“ haben wir uns zu einer der führenden Quellen für Buchdesigner und -verlage entwickelt und statten mittlerweile nicht nur Einzeltitel, sondern auch ganze Buchreihen bzw. -serien aus.

Außerdem gehen 60-65 % Prozent unserer Verkäufe an die Werbung.

Wie geht man bei plainpicture mit dem Phänomen der Billigbildanbieter um?
Die allgemeinen Entwicklungen der Bilderbranche hin zu Masse, Billigbildern u. Microstock-Angeboten bedeutet auch zwangsläufig Austauschbarkeit und Beliebigkeit. plainpicture positioniert sich klar als Alternative in Abgrenzung zum Mainstream durch Exklusivität, sorgfältige Rechtekontrolle und persönliche Serviceleistungen.

plainpicture in fünf Jahren?
Statt am Markt mit einem weiteren überfüllten und austauschbaren Bildarchiv aufzutreten geht plainpicture hochmotiviert und mit dem Wissen über die Bedeutung einer eigenständigen, kreativen Fotografie den Weg eines gezielten Editings.

Trotz stetigen Wachstums der Agentur (Eröffnung zweier internationaler Büros in London und Paris 2007 und der Erweiterung des Fotoarchivs auf mittlerweile 150.000 Motive) achten wir durch gezielte Auswahlkriterien auf die Stärkung des plainpicture-Profils als eine alternative und eigenständige Fotoagentur mit glaubwürdigen und zeitgemäßen Bildinhalten.

plainpicture / Helge Sauber
Foto Helge Sauber

plainpicture / Robert Burton
Foto Robert Burton

Im Moment 3 Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. [...] Dezember 2007 hatten wir bei bildwerk3 schon einmal einen Beitrag über die Bildagentur plainpicture aus Hamburg. Schon damals war erkennbar, dass plainpicture unter [...]

  2. [...] Interview mit Roman Härer von plainpicture Portfolio-Link: Readymade Images bei plainpichture [...]

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  • Beate: Ich mag diese Selbstportraits sehr! Tolle Ideen, einfallsreich und kreativ umgesetzt - wunderbare Technik, schau ich mir gerne an...
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