10. November 2007 M.R. 3

Zehn Fragen an Fotografen: Oliver Rüther

Oliver Rüther – Jahrgang 1964 – macht nach dem Abitur und nach einem abgebrochenen Biologiestudium Ende der Achtziger Jahre eine Ausbildung in einem Porträtstudio. Nach der Ausbildung gelingt ihm, was heute vielleicht wenigen Einsteigern gelingt: er kann als ‘fester Freier’ für die FAZ arbeiten. (elfte Frage: Haben Sie Barbara Klemm persönlich kennenlernen können?)

Rüther arbeitet danach auch für Stern und Spiegel und ist heute für Agenturen und Auftraggeber aus der Wirtschaft und weiterhin für Magazine tätig. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Portait und Reportage und Rüther mags heikel: er fotografiert am liebsten bei schlechten Bedingungen – zu 99% nutzt Rüther für seine Fotos vorhandenes Licht – und unter Zeitdruck. “Fotografieren ist eine Sucht für mich. Ich fotografiere fast immer und überall.”

Rüther gehört nicht zu der Sorte Fotografen, die regelmäßig die großen Präsentationen suchen, sondern denen eine geglückte Veröffentlichung in einem ‘ästhetisch hochwertigen Umfeld’ mehr bedeuten …

Oliver Rüther

unsere zehn Fragen an Oliver Rüther

Frage 01: Erinnern Sie sich, wann Sie Ihr erstes Foto gemacht haben?

Ja das war im Alter von 10-11 Jahren. Im YPS-Heft gab es eine Kamera als Beilage. Diese Kamera war lediglich eine Plastiklinse, die man mit einem Einmachgummi an einer Pocketfilmkassette (110er oder 120er) befestigte. Der Verschluss war eine Plastikscheibe mit einem Loch, das man durch Herunterdrücken des Zeigefingers an der Linse vorbeibewegte. Die Empfehlung für helle Tage war schnell zu drücken, an dunklen Tagen jedoch langsam. Genial! Ich würde einiges dafür geben, die Negative von damals wiederzufinden – und die Kamera.

Frage 02: Welche Ihrer Fähigkeiten ist Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten behilflich?
Das sind zwei: Mein Interesse an den Menschen, und die Fähigkeit auf sie einzugehen. Außerdem die Fähigkeit spontan zu reagieren und Konzepte über den Haufen zu schmeissen.

Frage 03: Was muss man unbedingt können, um Fotograf zu sein?
(Ist “Profi-Fotograf” gemeint?) Den Auftraggeber WIRKLICH verstehen und den Auftrag in seinem Sinne mit meinem fotografisch-ästhetischen Verständnis umsetzen. Ansonsten: Fotografieren kann jeder.

Frage 04: Wann haben sie angefangen ausschließlich digital zu fotografieren?
Ich fotografiere lediglich Aufträge ausschließlich digital. Und das, seitdem es die Mark II, also den ersten Vollformatsensor für KB gibt.

Oliver Rüther

Frage 05: Ein besonders gutes Bild entsteht eher zufällig oder muss sorgfältig geplant sein?
Beides. Man sollte das unerwartete erwarten – oder provozieren.

Frage 06: Haben Sie schon einmal einen Auftrag abgelehnt? Wenn ja, was für einen?
Ja, einige. Immer dann, wenn ich das Gefühl habe, um Auftraggeber glücklich zu machen, schlechte Fotos abliefern zu müssen (das gibt`s wirklich!).

Frage 07: Fluch oder Segen: Microstocks?
Was ist das?

Frage 08: Wo möchten Sie als Fotograf einmal ausstellen?
Ich möchte nicht ausstellen. Ich freue mich über das großzügig präsentierte Bild in einem ästhetisch hochwertigen Umfeld. Das kann ein Titel oder eine Doppelseite sein.

Frage 09: Wen möchten Sie gern einmal fotografieren?
Der lebt leider nicht mehr: Ernst Jandl.

Frage 10: Bleiben Sie Fotograf?
Ja, ich kann nix anderes.

Oliver Rüther

Oliver Rüther

Oliver Rüther

Im Moment 3 Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Frage 11: Ja ich habe die große Barbara Klemm kennengelernt, Ihre Dunkelkammer lag direkt neben unserer (der DUKA der Freien). Sie war nicht oft im Haus, meistens war sie irgendwo in der Weltgeschichte unterwegs. Aber in einer Form war Barbara Klemm immer anwesend: Mit Ihren Bildern in der selben Zeitung. Da es immer möglich war, dass eines der Bilder von mir “Freien” neben einem von Frau Klemm Platz fand, habe ich mich natürlich besonders ins Zeug gelegt um in diesem Moment gut auszusehen. Das Schönste war in ihr Regal zu sehen und die Bilder die dort zum trocknen auslagen -natürlich- mal in die Hand zu nehmen (entschuldigen Sie, Frau Klemm!) und ganz genau zu betrachten.

  2. [...] dunkelsten Tagen des Jahres, als Weihnachtsreferat. Oliver Rüther hat als Fotograf unsere ‘Zehn Fragen an Fotografen‘ beantwortet und bereits einen Beitrag mit Tips für werdende Fotografen verfasst: ‘Ein [...]

  3. [...] Fotografen Oliver Rüther, Lars Borges, Katrin Binner und Jürgen Herschelmann haben unsere ‘Zehn Fragen an [...]

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