What about the colour films?
Die Liebe der Fotografen gehört den Filmen. Mit ihnen sind alle groß geworden. Filme, ihr Abbildungsvermögen, ihre Farbsättigung, ihre Körnigkeit sind, oder muss man sagen waren, Maßstab für Generationen von Fotografen – Grenzen und Möglichkeiten der Fotografie für immer gebannt auf einer lichtempfindlichen, zweidimensionalen Fläche. Mal größer, mal kleiner aber immer Material, immer physisch, immer greifbar. Das Sterben der Filme aber scheint unausweichlich. Der Kostendruck, dem Fotografen überall ausgesetzt sind, scheint es fast unmöglich zu machen, den langsamen Niedergang eines ganzen Industriezweigs aufzuhalten. Dennoch wächst das Unbehagen angesichts voller Festplatten und unsicherer Sicherungssysteme. Und wir lernen: es gibt eine einzigartige Aura, die von filmischen Aufnahmen ausgeht und die wohl ohne sie nicht erreicht werden kann …
Wir haben uns für das gegewärtige Spannungsfeld, dem sich alle Fotografen heutzutage ausgesetzt sehen ein paar Fragen überlegt, bei den Verantwortlichen bei Kodak nachgefragt und umgehend Antwort bekommen. Vielen Dank an Gerd Böhm und Lars Fiedler …

KODAK PROFESSIONAL EKTACHROME Farbumkehrfilme oder KODAK PROFESSIONAL PORTRA Farbnegativfilme – Wie unterscheiden sich beide Produktreihen hinsichtlich ihrer Bedeutung für Profifotografen?
Traditionell wurden die Farbumkehrfilme von Profifotografen überwiegend in den Bereichen der kommerziellen Fotografie, insbes. Werbe-, Produkt-, Still- & Modefotografie eingesetzt, während das Gros der Farbnegativfilme von Portraitfotografen verwendet wurde. Seit einigen Jahren stellen wir allerdings einen verstärkten Trend hin zum Farbnegativfilm, insbes. unseren KODAK Professional PORTRA Filmen fest, d.h. auch immer mehr Werbefotografen greifen bei Ihren Shootings auf den Negativfilm zurück.
Der Grund dafür mag einerseits darin liegen, dass die Farbnegativfilme Dank Ihres größeren Belichtungsspielraums den Fotografen mehr Flexibilität bieten. Andererseits spielt sicher auch die Optimierung der Farbnegativfilme hinsichtlich ihrer Scan-Eigenschaften eine entscheidende Rolle.
Gibt es Überlegungen zu neuen Produkten mit veränderten Emulsionen?
Kodak hat sich vorgenommen, Film so lange anzubieten, wie der Verbraucher danach fragt. Viele Fotografen, insbesondere Profi-Fotografen, arbeiten auch weiterhin mit Filmen. Als Marktführer sehen wir es als unsere Aufgabe an, unser umfangreiches Filmportfolio nachfragegerecht weiterzuführen und Fotografen auch zukünftig bei Ihrer Arbeit zu unterstützen. Hierzu gehört auch, dass wir unser Produktportfolio sowie die Filmemulsionen den Anforderungen entsprechend optimieren. Erst im Frühjahr haben wir zum Beispiel unsere FARBWELT Filme mit einer verbesserten Emulsion vorgestellt und Ende letzten Jahres wurden unsere KODAK Professional PORTRA Filme nochmals in puncto Schärfe und Scan-Eigenschaften optimiert.
Wie werden sich nach Ihrer Erkenntnis die Bezugswege für Profifilmmaterial in nächster Zeit verändern?
Bei den Bezugswegen wird es keine grundlegenden Veränderungen geben. Fotografen benötigen ihr Filmmaterial schnell und zuverlässig. Hier bleiben etablierte und gut sortierte Profifach- & Versandhändler die präferierte Bezugsquelle. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass auch der eine oder andere Handelspartner sein Angebot an Filmtypen entsprechend der Nachfrage überarbeitet.
Auf welche Preisentwicklung müssen sich Fotografen in den nächsten Jahren einstellen?
Es wird aufgrund der sinkenden Nachfrage und der damit verbundenen geringeren Auslastung der einzelnen Produktionsstätten nicht zu Preissenkungen kommen. Hier jedoch eine verlässliche Aussage zu machen, wäre aber Spekulation, zumal die Filmproduktion bekanntlich sehr stark vom Silberpreis und anderen Rohstoffen abhängig ist.
Werden Fotografen auch in nächster Zeit ihre Filme noch schnell und kostengünstig überall entwickeln können?
Da wir keine Labore mehr betreiben, können wir hierzu leider keine Aussage machen.
Kleinbildfilm, Rollfilm oder Planfilm – welcher Konfektionierung räumt man bei Ihnen die größten Chancen ein?
Der Kleinbildfilm überwiegt, insbesondere aufgrund seiner dominanten Stellung im Bereich der Foto-Amateure & Hobbyisten. Zwar gibt es auch in diesem Bereich einige Anwender, die Rollfilmkameras verwenden, jedoch wird der Großteil an Rollfilmen in den Bereichen der professionellen Fotografie eingesetzt – ebenso wie Planfilme, die fast ausschließlich von Profi-Fotografen verwendet werden. Grundsätzlich hängt die Entscheidung des Formates vom Fotografen, dem eingesetzten Equipment sowie dem Auftraggeber ab.
Wie muss man sich die Herstellung eines Rollfilms vorstellen?
Grundsätzlich gibt es beim Gießen bzw. bei der Herstellung des Filmmaterials keine Unterschiede, außer die Stärken der Film-Unterlage und das Schneiden für die Konfektionierung.
Welche Vorzüge hat der analoge Film gegenüber dem digitalen Chip als Aufnahmematerial ganz generell?
Wir haben erst vor Kurzem eine europäische Umfrage gestartet mit dem Ergebnis, dass Analogfotografie sich noch immer auf eine enorme Fan-Gemeinde stützen kann. Mehr als zwei Drittel (67 Prozent) der befragten Fotografen wollen auch in Zukunft mit Film arbeiten. Über die Hälfte (55 Prozent) von ihnen gab an, die Ergebnisse von analogen Filmen der digitalen Fotografie vorzuziehen. Außerdem erklärte ein Fünftel (19 Prozent) der Befragten, dass sie für mehr als 60 Prozent ihrer Arbeit analoge Technik verwenden. Als wichtigste Vorteile von Film nannten die befragten Profi-Fotografen die Möglichkeit, auch kleinste Details im Bild festhalten zu können (53 Prozent), den einzigartigen fotografischen Look (46 Prozent) sowie die hervorragende Wiedergabe von Lichtern und Schatten (42 Prozent).
Viele Profifotografen sagen, dass der Film einfach lebendigere Bilder liefert mit einer außergewöhnlichen Detailzeichnung und Tiefe. Da ist auch von Haptik und Sensualität die Rede. Auch als sicheren Datenträger wird der Film gesehen und der Vorteil, dass die Charaktereigenschaften des Films beim Scannen erhalten bleiben und im Druck wiedergegeben werden können. Als Vorteil des Schwarzweiss-Films ist dabei sogar von Lebendigkeit und Charakter die Rede und von dem Vorteil, dass die Körnung des Films den Lichteinfall moduliert und das Bild Tiefe erhält und plastisch wirkt. In der digitalen Fotografie hingegen lassen die Pixel das Portrait eher flach erscheinen. Außerdem ist der Film International standardisiert und wird von vielen Auftraggebern bevorzugt wegen seiner Haltbarkeit.
Mein Kind geht in die erste Klasse und möchte auch gern fotografieren. Soll ich ihm eine Digitalkamera schenken?
Ich würde für Kinder diesen Alters eher eine Einwegkamera wie unsere KODAK FUN Kamera wählen, mit der die Kinder sich mit dem Fotografieren vertraut machen und Fotospaß erleben können. Die KODAK Einwegkameras sind robust und einfach zu handhaben – sei es im Urlaub am Strand oder auf dem Kindergeburtstag. Die Kamera gibt man einfach im Handel ab und erhält die fertigen Fotos. Wenn die Kinder dann mit dem PC umgehen können, ist der Zeitpunkt für den Einstieg in die digitale Fotografie da. Wichtig bei der Digitalfotografie mit Kindern ist die Tatsache, dass sie das gesamte Handling der digitalen Dateien, einschließlich des Printens der Bilder verstehen und handhaben können.
Was glauben Sie, wie wird der Markt für Kodak Professional Filme in fünf Jahren aussehen?
Für Kodak als Marktführer hat das Filmgeschäft trotz des digitalen Booms hohe Priorität. Natürlich sehen wir, dass die Absatzzahlen im analogen Filmgeschäft rückläufig sind und sich das Anwenderverhalten ändert. Allerdings bestärken uns die Ergebnisse der angesprochenen Studie nachhaltig, am Film festzuhalten und den Fotografen auch weiterhin optimale Werkzeuge für Ihre Arbeit anzubieten. Aussagen, mit welchem Filmportfolio wir in den kommenden Jahren am Markt sind, können wir heute nicht machen – das wäre rein spekulativer Natur. Letztlich bestimmt der Anwender mit seinem Kaufverhalten, welche Filme und Filmtypen am Markt bestehen bleiben.


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