Das digitale Foto-Finishing
Da wir jeden Tag damit zu tun haben und da dabei immer eine Menge schief gehen kann, beginnen wir heute eine neue Artikelreihe in unserer Rubik Theorie & Praxis: das digitale Foto-Finishing. In diesem Einführungstext gibt es ein paar allgemeine Erläuterung und Einschränkungen und später in einigen Schwerpunktbeiträgen dann weitere Informationen.
Wie der Fotograf Edgar E. Herbst in seinen Antworten auf unsere zehn Fragen schreibt, bleibt ein gewisses Unbehagen an der Vorstellung, dass Fotografien nur noch als virtuelle Dokumente, sprich Dateien existieren und auf die oft gestellte Frage, welches die beste Datensicherung sei, komme ich immer zu dem Schluss: der Abzug, das Bild, welches man in der Hand hält. Darum und weil es nach wie vor Leute gibt die Fotoalben haben, gibt es eben auch das Bedürfniss nach Fotoabzügen. Keine Portfoliosichtung ohne handgreifliches Bildmaterial, kein Foto-Museum oder keine fotografische Sammlung ohne den gefinishten Abzug.

Der Begriff des Finishing oder Fotofinishing (von engl. Endbearbeitung oder Endfertigung) hat sich unter Fotografen für das Endfertigen oder Herstellen von Abzügen eingebürgert. Da die Geräte, mit denen man das überlicher Weise tut, auch ‘Printer’ genannt werden, spricht man auch vom ‘Printing’ oder ‘Printen’. An dieser Stelle sei gleich mit dem ersten Irrtum aufgeräumt: der Vorgang des Printens von Fotoabzügen hat nichts mit Drucken zu tun. Es wird nicht gedruckt, sondern auf Fotopapier belichtet und dann in einem chemischen Vorgang entwickelt. Drucken kann man natürlich auch, aber das ist ein anderer Prozess.
Ob Negativ oder Datei – alles digital
Um gleich noch mit der zweiten Vorstellung aufzuräumen: moderne Printer funktionieren ausschließlich digital. Herzstück eines solchen einige zehntausend Euro teuren Geräts ist ein sogenannter Laserbelichter der digitale Bildinformation in Licht umwandelt und damit lichtempfindliches Fotopapier belichtet.
Die Bezeichnung ‘Fachabzug’ oder ‘Handabzug’ stammt noch aus einer Zeit, als man mittels einer Glühlampe direkt durchs Negativ auf Fotopapier belichtet hat. Wenn man heute mit seinem Negativstreifen oder Dia zum Printen geht, wird das Negativ zunächst digitalisiert und als digitale Bildinformation weiterverarbeitet. Und das hat auf keinen Fall etwas mit Pixeln zu tun, die man auf seinen Bildern sieht: die Qualität der Maschinen ist so gut, dass man nicht unterscheiden könnte, welches Verfahren zur Anwendung kam. Die Film-Scanner arbeiten so hochauflösend, das das Negativkorn ein viel größeres, sichtbares Problem darstellt.
Bilddateien – die aus der Kamera kommen oder bei der Bildbearbeitung entstehen – nehmen zum Finishing den direkten Weg zum Belichter. Die Daten werden anhand von Voreinstellungen lediglich optimiert – dazu später mehr. Ein großer Vorteil des digitalisierten Prozesses ist die Konsistenz der Ergebnisse: man erhält, auch nach dem tausendsten Abzug, das gleiche Bild. Unter der Voraussetzung natürlich, das diejenigen, die Maschine bedienen, sie regelmäßig fit halten, das heißt bei Printern in erster Linie das die unterschiedlichen Fotopapiere eingetestet werden, um die ganz natürlichen Abweichungen in der chemischen Zusammensetzung der Emulsionen – der lichtempfindlichen Schicht auf den Papieren – auszugleichen.
Für jeden Fotografen der einen Abzug braucht und jeden Fotoenthysiasten der seine Bilder in der Hand halten will, ist es wichtig, sich ein Labor seines Vertrauens zu suchen. Man sollte dorthin gehen, wo man das Gefühl hat, verstanden zu werden. Und vor allen Dingen, das die Leute, denen man seinen Fotoauftrag anvertraut, etwas davon verstehen. Außerdem ist es ein Prozess bei dem man durch Versuch & Fehler eine Menge erreichen kann. Nur nicht gleich zufrieden sein! Und es auf jeden Fall noch einmal versuchen. Bis man am Ende Ergebnisse in der Hand hält, wie man sie sich wünscht, ist es ein langer Weg. Die Materie ist einigermaßen komplex, aber beherrschbar.
Wir werden das Thema demnächst mit folgenden Beiträgen vertiefen:
Apropos Finishing: Richtig gesehen? Der Monitor
Apropos Finishing: Bildgröße und Seitenverhältnis
Apropos Finishing: Das Dateiformat
Apropos Finishing: Farbraum und Farbprofil


Mit der Kamera sehen Konzeptionelle Fotografie im digitalen Zeitalter
Ein Tag Deutschland:
Das Wesen der Fotografie: Ein Elementarbuch Stephen Shore erklärt, wie man Fotografien richtig beurteilt und versteht.
Erfolg als Fotograf: Wie man sein Können optimal präsentiert Autorin: Dr. Martina Mettner
Ein Bild in der Hand ist für mich auch immernoch DAS Ergebnis der Fotographie.
Nochmals Dankeschön für die Beratung im Labor meines Vertrauens vor ca einer Woche. Habe mir letztentlich was anderes ausgedacht und am Ende doch noch schöne Ergebnisse erziehlt.
Ich finde es auch extrem wichtig, dass man sich seine Bilder einmal abziehen und z.B. in 30×45 mal auf sich wirken lässt. Denn nur für den Bildschirm und die Festplatte zu fotografieren ist es irgendwie nicht, oder…?
Mit Laboren habe ich auch so meine Erfahrungen gemacht und bin mittlerweile bei den Fotocommunity Prints gelandet; sehr empfehlenswert und günstig. Da geht sicherlich noch mehr auch auf edlerem Papier, aber soweit bin ich noch nicht.
Bin mal auf Eure Artikel gespannt.
@Andreas: ich glaube, ich kann mich erinnern … immer wieder gern!
@rajue: für Bilder ab der von dir genannten Größe haben wir mittlerweile ganz gute Erfahrungen gemacht mit Tintenstrahldruckern … die Wirkung für größere Formate ist beachtlich
Echt, mit Tintenklecksern…? Nach drei Mal Drucken ist doch die Patrone alle, oder…? Und ausserdem habe ich hier schon 2 Drucker stehen (Laser und All-in-one), noch einen A3 und ich muss mir eine neue Wohnung mieten
[...] wir unsere Artikelreihe zum digitalen Foto-Finishing fortsetzen – ich hab mir das für das neue Jahr ganz fest vorgenommen, stellen wir heute [...]