4. September 2007 2

Zehn Fragen an Fotografen: Edgar E. Herbst

Von Marko Radloff

Edgar Herbst ist Gesellschaftsfotograf und er lebt in Berlin. Seine Aufnahmen haben es in die bekanntesten Magazine geschafft – STERN, SPIEGEL, FOCUS, MARE oder MAX; auf seiner Website sieht man Porträts oder besser gesagt ‘Lichtmomente’ so bekannter Leute wie Joschka Fischer, Gerhard Schröder, Claudia Schiffer, Boris Becker. Die Bilder von Herbst entstehen aus der Situation großer gesellschaftlicher Events heraus und sind alles andere als Sensationsfotografie. Mit den Fotos von Edgar E. Herbst sind wir irgendwie dabeigewesen bei diesen Ereignissen … Eine kleine Auswahl ist auch bei Designklicks zu sehen

Edgar E. Herbst

zehn Fragen an Edgar E. Herbst

Frage 01: Erinnern Sie sich, wann Sie Ihr erstes Foto gemacht haben?
Das erste Bild machen wir ohne Film, es gibt kein Negativ und kein Positiv, es ist die innere Entscheidung dem Sehen eine Bedeutung zu geben. Dann in der Umsetzung gibt es viele erste Bilder.

Frage 02: Welche Ihrer Fähigkeiten ist Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten behilflich?
Es ist die Fähigkeit zu kommunizieren mit seinem Gegenüber, das Gespür für den Moment und der Glocke des Vertrauens als Himmel des Bildmachens.

Frage 03: Was muss man unbedingt können, um Fotograf zu sein?
Die Zeiten haben sich geändert, sicherlich ist das Handwerk zu erlernen von grosser Bedeutung, dennoch glaube ich dass die Intuition das Wertvollste ist.

Frage 04: Wann haben sie angefangen ausschließlich digital zu fotografieren?
Ich kann nicht “digital” fotografieren und habe es nur mit einer kleinen Kamera probiert. Der Gedanke, dass es die Bilder nur in chipförmiger, virtueller Art gibt, verunsichert mich und ausserdem geht nichts über den wunderbaren Klang des “klickens”.

Frage 05: Ein besonders gutes Bild entsteht eher zufällig oder muss sorgfältig geplant sein?
Ein besonderes Bild begegnet einem auf dem wachen Pfad des Schreitens. Wir können auch keine Träume planen.

Frage 06: Haben Sie schon einmal einen Auftrag abgelehnt? Wenn ja, was für einen?
Ich habe schon einige Auftraege abgelehnt, wenn sie sich nicht mit dem Handwerk und der Sehnsucht meiner verbinden. Doch das Ablehnen ist ein Prozess des Wachsens, schliesslich hat man auch dem Auftraggeber eine Verantwortung gegenüber und sich selbst.

Frage 07: Fluch oder Segen: Microstocks?
Was ist ein Microstocks ?

Frage 08: Wo möchten Sie als Fotograf einmal ausstellen?
Ich habe einige Ausstellungen mit dem Berliner Galeristen Ole Petscheleit, seines Zeichens auch der beste schwarz/weiss Printer der Welt, gemacht. Eine Ausstellung bedeutet Bilder, Raum, Thema und erwartete Gaeste zu einer Einheit verschmelzen zu lassen.

Frage 09: Wen möchten Sie gern einmal fotografieren?
Jack Nickolson auf der vanity fair party nach der Oscar-Verleihung, mit offenem Hemd und drei Mädels im Arm.

Frage 10: Bleiben Sie Fotograf?
Man wird es doch jeden Tag neu …

Im Moment 2 Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. [...] in welcher Fotografen einen standardisierten Fragekatalog beantworten. Bemerkenswert fand ich, dass Edgar E. Herbst und Nico Pudimat auf die Frage: „Welche Ihrer Fähigkeiten ist Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten [...]

  2. Marko sagt:

    [...] der Fotograf Edgar E. Herbst in seinen Antworten auf unsere zehn Fragen schreibt, bleibt ein gewisses Unbehagen an der Vorstellung, dass Fotografien nur noch als virtuelle [...]

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