Portfoliosichtungen? Portfoliosichtungen!

Was ist eine Portfoliosichtung? Der Künstler, der Fotograf geht mit seiner Mappe unterm Arm hin und läßt die mitgebrachte Auswahl seiner Bilder von fachkundigen Viewern in Augenschein nehmen. Das nächste große Viewing für Fotografen und meine Gelegenheit für diesen Beitrag findet vom 09. bis 11. November anläßlich der FOTOBILD in Berlin statt. Die Anmeldung läuft bereits und mit diesem Formular kann man sich dort einschreiben.
So eine Sichtung läuft meißt in lockerer Atmosphäre aber mit strengem Reglement ab und ist eine gute Gelegenheit das, was man sonst meist nur für sich betrachtet, von anderen bewerten zu lassen. Die Spannweite dessen, was man dort erreichen kann, ist sehr groß und reicht von Schimpf und Schande bis zur Aussicht auf einen Agentur- oder Galerievertrag. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, es lohnt sich in jedem Fall, auch wenn man wie ein begossener Pudel wieder nach Hause geschickt wird: man erfährt wenigstens warum, und ich habe damals gleich mehrere Fehler gemacht.
Wichtig, wichtig: man muss sich gut vorbereiten. Alle Viewer sind in ihrer Funktion als Bildredateur, Bildagenturvertreter, Galerist, Kurator oder Kritiker vor Ort und es ist wichtig, die Liste im Vorfeld genau zu studieren und sich seine Favoriten auszusuchen. Mit wem möchte ich worüber reden? Das muss die erste Frage sein.
Für die Portfoliosichtung in Berlin sind die Viewer in drei Bereiche eingeteilt:
- Galerien, Museen, Kuratoren
- Magazine, Kritiker, Herausgeber
- Foto Festivals, Fotoagenturen, Vereinigungen
Nun steht man vor der Wahl zwischen Michael Biedowicz, Bildredakteur bei der ZEIT oder Dr. Ludger Derenthal, Direktor des Museums für Fotografie in Berlin oder Dr. Caprice Horn, von der Galerie Caprice Horn in Berlin oder Sven Ehmann, Herausgeber beim Die Gestalten Verlag (und vielen anderen fotowichtigen Leuten) und muss einen Plan haben. Wer ins Museum will, braucht nicht mit Stockfood Sachen ankommen und wer bei einer Bildagentur einen Treffer landen will, läßt lieber seine freien Arbeiten zu Hause und konzentriert sich auf das Profil der Agentur. Magazinleute beeindruckt man wohl am ehesten mit fertigen und unveröffentlichten Reportagen und Galeristen lieben das Besondere, das Ungesehene in einer möglichst durchgängigen, wiedererkennbaren, verkaufbaren Bildsprache.
Wenn man selbst schon seinen Weg gefunden hat, wird es einfacher sein, die entsprechenden Gesprächspartner auszuwählen. Wer noch nicht weiß, zu was für einer Sorte Fotograf er zählt, muss querbeet wählen, auf die Gefahr natürlich, von ratlosen Agenturlern fragend angeschaut zu werden: ‘was sollen wir damit, das ist nichts für uns’.
Jeder Portfoliant erhält ein Zeitlimit, das für das jeweilige Gespräch vorgesehen ist (in Berlin wird es ein gute Viertelstunde sein). Diese Zeit sollte man intensiv nutzen, auch wenn nach fünf Minuten alles klar scheint, gibt es immer Dinge, die man darüber hinaus erfahren kann. Außerdem hat man den Spaß bezahlt und sollte möglichst viel Gewinn daraus ziehen. (zur Preisliste) Andersherum sind alle angehalten die Gesprächsttermine nicht zu überziehen, da sonst die gesamte Zeitplanung durcheinander gerät. Ein weiterer Grund, die eigene Mappe nicht zu überfrachten, damit noch genügend Zeit für das Gespräch bleibt … Auch muss die Mappe nicht besonders riesig sein. Man gewinnt dort nicht durch Größe. Ein optimales Format ist 20×30. Genügend groß, um nicht klein zu erscheinen und so groß, das man es auf Armabstand immer noch gut erkennen kann.
Ein weiterer Hinweis: nehmt Visitenkarten oder sonstwie gestaltete Kärtchen mit Telefonnummer und URL mit! Auch wenn das Meiste davon hinterher im Papierkorb oder der Ablage verschwindet, macht es wenigstens einen professionellen Eindruck und hilft über Anfangsverlegenheiten hinweg.
Was das für mich gebracht hat: jede Menge Ernüchterung und den Hinweis von Dennis Brudna mich in eine bestimmte Richtung weiter zu entwickeln und die Sache wirklich ernst zu nehmen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger …


Mit der Kamera sehen Konzeptionelle Fotografie im digitalen Zeitalter
Ein Tag Deutschland:
Das Wesen der Fotografie: Ein Elementarbuch Stephen Shore erklärt, wie man Fotografien richtig beurteilt und versteht.
Erfolg als Fotograf: Wie man sein Können optimal präsentiert Autorin: Dr. Martina Mettner
Falls, nur falls, du zu Michael Biedowicz gehen solltest und falls du weiterhin noch 30 Sekunden Restzeit von deine Viertelstunden haben solltest in der du nicht weißt was du fragen kannst, dann würde ich mich freuen, wenn du fragen könntest ob bei direkten Fotoaufträgen vom Fotografen verlangt wird, ob der große “Ausläufer” auf dem Motiv mit drauf sein muss oder ob die das lieber mit Photoshop nachfriemeln. Was ich meine: in fast jeden Aufmacher wird in die freie Fläche des Fotos die ÜBerschrift oder Teile des Artikels reingedruckt. (falls nicht verständlich einfach mal die Zeitung zu Hand nehmen, fällt dann auf
Ich frage mich ob diese Freie Fläche bereits vorher eingeplant wird oder halt im nachhinein gephotoshoppt wird.
ich schau auf jeden Fall mal ins Blatt, um zu sehen was du meinst … kleine Ergänzung: Michael Biedowicz ist Bildredakteur des Ressorts LEBEN bei der ZEIT
Ich werde mich als Ambassagdor betätigen für FOTOBILD in berlin dieses jahr. wer also hinwill sollte kontakt mit mir aufnehmen da eine anmeldung über einen “ambassador” 20-30% günstiger ist. zB: 280 statt 360€ für 8 termine.
justin@justinwinz.com
+49 177 7391593
[...] auf dem Fotoevent FOTOBILD, das vom 08. bis 11. November 2007 in Berlin stattfindet, bereits informiert. Dort gab’s auch den Link zur aktuellen Preisliste. Nun hat Justin Winz, einer unserer [...]