Zehn Fragen an Fotografen: Justin Winz
Justin Winz, 32 Jahre alt, aus Hamburg: Winz lebt zur Zeit in New York, wo die Motive, wie er sagt, auf der Straße liegen, weswegen er darüber nachdenkt, dauerhaft dort zu leben und zu arbeiten. Winz arbeitet seit einigen Jahren als Mode-, Werbe- und Portraitfotograf hauptsächlich in Hamburg aber auch in Paris und New York. Davor war er einige Jahre Assistent bei verschiedenen namhaften deutschen Fotografen in Hamburg und Paris. Im Moment konzentriert sich Justin Winz hauptsächlich auf freie Projekt die in der näheren Zukunft, wie er schreibt, in ein Buch münden sollen.
Website: www.justinwinz.com

unsere zehn Fragen an Justin Winz
Frage 01: Erinnern Sie sich, wann Sie Ihr erstes Foto gemacht haben?
Mein erstes Foto ist immer noch in einem Familienalbum. Ich machte es mit der Kamera meiner Großmutter und natürlich hatte ich auf der Hälfte des Bildes meine Finger vor der Linse. Aber der Rest, den man als Foto bezeichnen kann gefällt mir eigentlich schon ganz gut für den Anfang. Ich war vermutlich 5 oder 6 Jahre alt. Bald darauf habe ich angefangen mit meinem zwei Jahre älternen Bruder die S/W-Dunkelkammer meiner Eltern zu erobern.
Frage 02: Welche Ihrer Fähigkeiten ist Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten behilflich?
Ich bin ein Gestalter, nicht zwangsläufig ein reiner Fotograf von meiner Definintion her und ich habe früher sehr viel gezeichnet, immer Räume und Landschaften mit Perspektiven und dieses Training im Umgang mir Bildaufbau und Linienführung hat mich befähigt relativ schnell einen Bildaufbau zu sehen oder zu finden der dem Bild eine Spannung geben kann. Also auch einfach die Fähigkeit zu “sehen” wenn was auf der Netzhaut kribbelt.
Frage 03: Was muss man unbedingt können, um Fotograf zu sein?
Gar nichts. Ich kenne Fotografen/innen die können nicht richtig belichten, aber dafür gibt es dann Assistenten. Ich kenne welche die “sehen” keine guten Bilder, aber dann muss man seine schlechten Bilder eben einfach besser verkaufen können. Ich kenne welche die machen die tollsten Fotos aber können sie nicht an den mann bringen.
Es gibt so viele Definintionen davon was ein Fotograf eigentlich ist und können muss wie es Fotografen gibt und eben so viele Wege einer zu werden. Ich meine das ist ja eine Berufsbezeichnung die umfasst alle vom Lokalzeitungsfotograf der 10€ pro Bild bekommt bis zu Gursky der das vieltausendfache pro Bild erzielt, vom Paparazzi bis zum Wissenschaftsfotograf und so weiter.
Frage 04: Wann haben sie angefangen ausschließlich digital zu fotografieren?
Schöne Frage! Habe ich gar nicht. Ich lehne nach wie vor die Qualität der bezahlbaren digitalen Optionen für meine Arbeit ab, so wie auch den digitalen Workflow, wenn ich auch die teilweisen Vorteile sehe und ich gebe zu ich habe mir grad eine EOS 5D für eine Reise gekauft.
Insgesamt muss ich aber sagen das ich die Analog/Digital-Diskussion leid bin. Mit einem etwas subjektiven Kommentar gesagt: digital fotografieren ist für mein Gefühl absolut unsexy und ich denke das wird der eine oder andere auch noch realisieren. Wir haben das eigentlich mit den CD´s vs LP´s bei der Musik schon erlebt.
Frage 05: Ein besonders gutes Bild entsteht eher zufällig oder muss sorgfältig geplant sein?
Ein gutes Bild kann öfters mal zufällig passieren, ein besonders Gutes per Zufall ist schon eher ein 6er im Lotto. Sorgältig planen ist sicher der bessere Weg, weil es doch oft zu überzeugenderen Ergebnissen führt wenn man zu seinem Gefühl und der Intuition noch das Gehirn einschaltet und intelektuell tiefer in ein Thema einsteigt in der Planungsphase.
Mir fällt das besonders leicht im Team mit anderen Kreativen (Stylisten ect) Brainstormings zu machen und den Extratwist zu kreieren der aus einem guten ein besonders gutes Bild macht.
Frage 06: Haben Sie schon einmal einen Auftrag abgelehnt? Wenn ja, was für einen?
Daran kann ich mich nicht erinnern, aber man sollte auf jeden Fall Aufträge ablehnen, wenn Sie nicht zu einem passen oder einen frustrieren und die Kreativität töten, weil man ganz viel Bier trinken muss um dann Job zu ertragen. Ich habe viele Fotografen kennengelernt in meiner Assistenzzeit die Alkoholiker waren weil sie es nicht anders ertragen konnten das sie ihre Leidenschaft “verkauft” haben an z.B. Katalogkunden. Die hätten besser mal was abgelehnt und wären mit der Kamera ins Flugzeug nach irgendwohin gestiegen schöne Fotos machen.
Frage 07: Fluch oder Segen: Microstocks?
Sorry, ich weiß gar nicht was das ist?
Frage 08: Wo möchten Sie als Fotograf einmal ausstellen?
ICP oder MOMA in NewYork
Frage 09: Wen möchten Sie gern einmal fotografieren?
Oh da gibt es viele: Julie Delphy, Vincent Gallo, Adrien Brody, Cate Blanchet, Jonny Cash RIP, Hunter S. Thompson RIP,
Michael Jackson ohne Nase, Jim Jarmusch, Christopher Walken….
Frage 10: Bleiben Sie Fotograf?
Vorerst schon, vielleicht züchte ich aber auch irgendwann Schafe oder werde Dandy.
Fotografien Justin Winz




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Erfolg als Fotograf: Wie man sein Können optimal präsentiert Autorin: Dr. Martina Mettner
[...] eben entdeckte ich auf bildwerk3 ein Interview mit Justin Winz. Durch das Interview Neugierig auf seine Fotos geworden, besuchte ich seine Webseite und fand [...]
[...] stattfindet, bereits informiert. Dort gab’s auch den Link zur aktuellen Preisliste. Nun hat Justin Winz, einer unserer Fotografen aus den ‘Zehn Fragen’ sich als ‘Ambassador’ [...]